11.02.2010
Informationspolitik
27.01.2010
Kälte überfordert ÖBB.
Na aber kein Problem, die Zugdichte in Strasshof ist in der Morgenspitze ja recht hoch. Um 7.38 kommt schliesslich schon der nächste Zug. Und was kommt? Na eh klar - nix! Schwer zu erraten, auf einem Beschwerdeblog.
Beschwerlich wird, dass um 7.47 eine Durchsage kommt. In dieser wird festgehalten, dass der 7.29h Zug aufgrund von technischen Problemen ausgefallen ist. Aha, danke. Diese Information kommt immerhin 18 klirrend kalte (-16°C mit leichtem Wind, gefühlte -22°C) Minuten nach der erwarteten Ankunft des Zuges.Weiters wird mitgeteilt, dass der 7.38h Zug 15 Minuten Verspätung hat. Na ja, das ist doch ein Kurzzug, somit nicht viel verloren, denn in 3 Minuten würde ja bereits der Wieselzug kommen. Das wurde übrigens auch mitgeteilt. Der 7.50h Zug kommt pünktlich.
Am gesamten Bahnsteig wurde sich nun über die ÖBB empört. Über die Technik, über die seit Jahren ständigen Verspätungen, dass die Bahn ihre Technik einfach nicht auf die Reihe bekommt, ... alles nichts Neues werden sie sagen, aber eine derartige Vielzahl an laut geführten Einzeldiskussionen zum gleichen Thema hatte ich bisher noch nie gehört, das war verbreitete Empörung unter den anwesenden etwa 180 gezählten Personen, die hier mittlerweile auf den Zug warteten.
7.52h. Durchsage. "Zug nach Wiener Neustadt fährt ein.". Man freut sich. Die Füße sind schließlich schon eisigst kalt. Da kommt der Wiesel Zug. Whow, der fährt heute aber schnell ein - bremst eigentlich fast nicht - na hallo?? - und durch! Einfach weitergefahren?!?! Und: Es handelte sich nicht um einen Langzug, sondern um einen Kurzzug. Was war das?
Die Empörung stieg nun nochmals um 2 Grad an, und von Insidern kam die Erklärung. Beim durchgefahrenen Zug handelte es sich um den verspäteten 6.50h Zug, der über eine Stunde Verspätung hatte! Gratulation, ÖBB.
Um ca. 7.56h fuhr eine S-Bahn Kurzgarnitur ein, der verspätete 7.38h Zug. Die etwa 180 Wartenden pressten sich in diesen Zug rein, der zum Glück üblicherweise recht leer ist. Heute halt nicht. In Deutsch Wagram wurde es in diesem Zug dann verdammt eng.
Franz Dampf zog es vor, sich bereits in Leopoldau aus der (ÖBB-)Affäre zu ziehen und auf die U-Bahn umzusteigen. Nach diesem Erlebnis wollte der Umsteigevorgang in Floridsdorf nicht mehr erlebt werden, denn das hätte weiteres Ärgernispotential bedeutet, und an diesem Tag hatte ich einfach keinen Bock mehr auf weiteren Zugsärger.
Die ÖBB ist wirklich ganz mies drauf, in Bezug auf Punktlichkeit und Abwicklung des Personenverkehrs im Raum Ostösterreich, dessen ist sich wieder mal ganz sicher
Ihr Franz Dampf
26.01.2010
Im Osten nichts Neues.
Da kann man wieder mal ordentlich haaaß werden. Auch angesichts der ausgefallenen Zusatzansagen auf den Bahnhöfen. Man wurde einfach nicht informiert, wenn man sich auf einem Bahnhof befand, auf dem es keine Displays gibt. Oder die Displays waren kaputt. Nichts Neues also! Umso trauriger...
Ach ja und - die Wartehäuschen bleiben angesichts der tiefgefrorenen Sesserln natürlich auch bestenfalls eine Stehplatzveranstaltung, weil die Volmetallsesselchen dermaßen intelligent gebaut sind, dass sie Kälte nachhaltigst speichern. Heute habe ich versucht, eine U-Bahn Zeitung als Sitzunterlage zu verwenden, um die Kälte einigermaßen abzuschirmen. Nach 5 Minuten musste ich aufgeben, akute Unterkühlung meines Sitzfleisches nahm beängstigende Dimensionen an...
Mit geduldigen Grüßen
Ihr Franz Dampf
07.01.2010
Bahnübergang 2.0
05.01.2010
Internationaler Verärgerungskomplott
26.12.2009
65 EUR Villach - Klagenfurt
Samstag 19.12.2009, Schneefall.
Villach im Schnee. Chaos, weniger Parkplätze, Stau am Bahnhof. Vor den Fahrkartenautomaten bildeten sich Schlangen. Frau Ilse S., außerordentlich seltene Bahnfahrerin mit Pensionistenausweis, beschließt an diesem Tag, ihre Nichte in Klagenfurt zu besuchen, und wird durch das Schneechaos beinhart getroffen. Etwas spät betritt sie daher die Bahnhofshalle, und erkennt, dass ihr die Kolonnenwartezeit vor dem Fahrkartenautomaten eindeutig den Abfahrtszeitpunkt des Zuges unermöglichte.
Klare Entscheidung - ab in den Zug, und den Fahrschein samt Ausgabeaufschlag direkt im Zug beim Schaffner lösen. Logisch, oder!
An der Zugtür eine ungünstige Erkenntnis. "Selbstkontrollzug. Ohne Schaffner. Betreten ohne gültigen Fahrausweis nicht erlaubt.". Frau S. hatte soetwas noch gar nie gesehen, und auch Franz Dampf gibt zu, dass ihm Selbstkontrollzüge bei den ÖBB bislang unbekannt waren.
Frau S. hatte aus ihrer Sicht keine Wahl. Sie wurde in Klagenfurt erwartet, und sah sich daher genötigt, den Zug trotzdem zu benutzen.
Bald nach Abfahrt des 10.50h Zuges erscheint ein Kontrollor in Zivil, und was nun geschah, kann nur als kalte Härte bezeichnet werden. Frau Ilse S. wird umgehend des versuchten Schwarzfahrens bezichtigt, und hat daher - ohne Gnade - den Schwarzfahrerpreis zu bezahlen! Trotz des Erklärungsversuches, wie es zu dieser völlig unbeabsichtigten Schwarzfahrt kam, blieb der Kontrollor hart.
Frau Ilse war völlig eingeschüchtert, und beglich daher die geforderten 65 EUR - anstatt der erwarteten 3,80 EUR Normalfahrpreis für Pensionisten. Harte Sache dachte sie, denn diese Art von Zug kannte sie bislang nicht. Selbstverständlich hätte sie einen Schaffner erwartet, bei welchem sie die Karte gelöst hätte, in diesem Fall auch gerne mit Ausgabeaufschlag im Zug, keine Frage.
Die Kontrollore in Selbstkontrollzügen scheinen binär zu funktionieren. Es gibt nur zwei Zustände: Ja, Fahrschein vorhanden, oder Nein, 65 EUR Kontrollgebühr. Es gibt keine Einschleifregelung für offensichtliche Härtefälle. Juristisch hält das, keine Frage. Bei einer rund 45km langen Strecke würde man sich als Fahrgast jedoch ein gewisses Mindestservice schon erwarten können, und dazu gehört einfach die Möglichkeit, auch im Zug eine Fahrkarte lösen zu können ...
Kontrollore sind Maschinen, Schaffner sind Menschen?
Frau Ilse S. wusste auch gleich ein Positivbeispiel aus dem Sommer zu erzählen, als Sie durch versehentliche Fehlbedienung des Automaten, zwei Karten für Villach - Spittal a. d. Drau gelöst hatte: Einen für Pensionisten, einen für Kinder. Gleicher Preis.
Im Zug fragte sie den Schaffner, ob sie die Kinderkarte für die Rückfahrt von Spittal nach Villach verwenden könne. Der Schaffner bestätigte, dass er dies akzeptieren würde, jedoch am Rück-Zug nicht an Bord wäre, und daher der Kollege die Entscheidung treffen müsse.
Und der Kollege am Rück-Zug sah den Fall ebenso im Sinne des Fahrgastes: Aufgrund des gleichen Fahrpreises akzeptierte er die Fahrkarte, die sowohl für die falsche Fahrtrichtung, als auch für Kinder statt Pensionisten ausgegeben wurde, als gültig.
Dass es auch anders gehen kann, beweist sich die ÖBB in diesem Fall selbst.
Dass bei den ÖBB in den neuen Selbstkontrollzügen Gewohnheiten neu definiert werden, nehmen wir Nase rümpfend zur Kenntnis, auch
Ihr Franz Dampf.
22.12.2009
Triebfahrzeugschaden
Kleiner Bericht aus dem OIC754 (Graz Hauptbahnhof => Wien Meidling) vom 20.12.2009:
21:32 - Planmäßige Abfahrt aus Mürzzuschlag, bis dahin alles ok
21:42 - Das Licht im Waggon wird weniger, Heizung fällt aus, der Zug bleibt stehen. Standort auf freier Strecke zwischen Bahnhof Steinhaus & Bahnhof Semmering, neben der S6
21:44 - Durchsage: "Technische Panne, kurzer Aufenthalt"
21:54 - Durchsage: "Unbekannter Aufenthalt" (Dauer ist gemeint)
22.04 - Durchsage: "Triebfahrzeugsschaden, weitere 20-30 Minuten Verzögerung" - Schaffner geht durch und erkundigt sich wo Fahrgäste hinwollen
22.42 - Noch mehr Licht fällt aus, anscheinend nur noch Notbeleuchtung
22.48 - Lok aus Richtung Mürzzuschlag fährt vorbei
22.53 - 1. anderer Personenzug aus Richtung Mürzzuschlag fährt vorbei
22.56 - 2. anderer Personenzug aus Richtung Mürzzuschlag fährt vorbei
23.03 - Nächste Lok aus Richtung Mürzzuschlag fährt vorbei
Anm.: In die Gegenrichtung fuhr während dieser Zeit kein Zug vorbei. Auf freier Strecke in einen funktionierenden Zug umzusteigen, war keine Option. Bei Schnee und Eis wäre das viel zu gefährlich, aber auch im Trockenen, Waggons sind für Bahnsteige gebaut, alles andere wäre gefährliches Klettern. Und wenn hierbei etwas passiert, na dann halleluja.23.11 - Es gibt wieder Licht
23.17 - Die Weiterfahrt beginnt 73 Minuten nach der letzten Durchsage
23.21 - Gratis warme Getränke wegen der Verspätung
23.23 - Ankunft Bahnhof Semmering - Durchsage: "Aktuell 98 Minuten Verspätung"
23.29 - Jeder Fahrgast erhält Formular vom Schaffner bezüglich Entschädigung
23.38 - Durchsage: "Zug hält außerplanmäßig auch in Felixdorf und Baden"
00.06 - Abfahrt in Wiener Neustadt mit +93
00.39 - Ankunft in Wien MeidlingWeiterfahrt mit Öffis bis auf SBahn praktisch unmöglich, da Wiener Linien / Ubahn um ~00.42 Betriebsschluss hat (bis auf Nightline), und der letzte Ubahn Zug (war nur ganz knapp zu erreichen) ja immer nur verkürzt geführt wird.
Fazit:
- Triebfahrzeugsschaden mag passieren, dass man jedoch knapp 100 Minuten benötigt um den Zug per Ersatzlok wieder flott zu kriegen, wo der nächste größere Bahnhof (Mürzzuschlag) nur 12 Bahnminuten entfernt ist, ist nicht wirklich verständlich.
- Entschädigungsformular nützt mir nichts, da ich mit den 25% Rückerstattung des Fahrkartenpreises unter die Auszahlungsgrenze von 4€ komme. => Unannehmlichkeiten habe ich aber die selben wie die anderen Fahrgäste gehabt.
- Bin froh "nur mehr" wenige Wochen auf die ÖBB angewiesen zu sein, dann auf Individualverkehr umsteigen zu "dürfen"
Franz Dampf interessieren natürlich auch die Hintergründe, wie nun der Zugfahrzeugsersetzungsprozess in einem solchen Fall ablaufen könnte. Zu dieser Frage fand ich ein interessantes Posting einem Forum, mit der Beschreibung des denkbaren Ablaufs. Diesem zufolge wären bis zur Weiterfahrt nach dem TFZ Schaden rund 95 Minuten notwendig.
Den Passagieren kann ich nur wünschen, möglichst nie einen Triebfahrzeugschaden miterleben zu müssen. 1 1/2 Stunden Verzögerung - das ist einfach sehr sehr ärgerlich. Ob man einen TFZ Schaden effizienter abwickeln könnte und wieviele Bereitschafts-TFZs und TFZF (Triebfahrzeugführer) zur Verfügung stehen sollten, darüber darf man sich Gedanken machen.
Faktum ist, dass überall dort, wo zahlende Passagiere an Bord sind, breiter Ärger entsteht, wenn es zu Verzögerungen kommt, und diese ineffizient behandelt werden. Soviel ist sicher, weiß
Ihr Franz Dampf.